Filter

über Filter, Farben und Weißabgleich

IMGP9019Soll die Infrarotaufnahme auch farblich ansprechend sein, gilt es sich zunächst Gedanken zum Filter zu machen. Je mehr sichtbares Licht der Filter noch passieren lässt, desto mehr Farbinformationen finden sich im fertigen Bild. Auf der anderen Seite sind die IR– typischen Merkmale aber nicht so stark ausgeprägt. Zur Kennzeichnung eines Filters dient dazu die Wellenlänge, aber der dieser das Licht passieren lässt (ganz exakt die Wellenlänge bei der seine Transmission halbmaximal ist).
Ein 630 nm Filter sperrt also vereinfacht gesagt Licht mit einer Wellenlänge kürzer als 630 nm. Man kann durch ihn sogar mit dem bloßen Auge hindurch blicken, banal gesprochen ist es ein rotes Stück Glas. Somit ermöglicht er es, besonders intensive Farbaufnahmen zu kreieren. Eine SW- Konvertierung bzw. ein Color- Key sind aber immer noch problemlos möglich. Auch wenn er die IR– Typischen Bildmerkmale nicht überragend intensiv heraus arbeitet, ist er wohl der beste Alrounder für jemanden, der sich noch nicht festlegen möchte oder SW und Farbe fotografieren will.
Ein 700 nm Filter ist eine praktisch schwarze Scheibe (zumindest für unser Auge) und erzeugt einem starken „IR– Effekt“. Da immer noch Farbinformationen auf den Sensor gelangen, ist es möglich in Farbe zu Fotografieren. Für Fotografen, die hauptsächlich an SW Aufnahmen interessiert sind sollte dieser Filter eine gute Wahl sein.
Schließlich gibt es auch noch 850 nm Filter (teilweise auch höher), die ausschließlich für SW- Aufnahmen zu gebrauchen sind. Wenn man sich im Klaren darüber ist, was man fotografieren möchte, können diese Filter sehr intensive Bildergebnisse produzieren.

Sobald es um Farbe geht, kommt schnell der Weißabgleich ins Spiel. Die Kameraautomatik ist für gewöhnlich auf einen bestimmten Bereich fest gelegt, so dass das resultierende Bild einen sehr starken Rotstich aufweist. Der Weißabgleich muss also in der Kamera manuell fest gelegt werden. Dazu ist ein Blick in das Handbuch zu werfen, sehr gute Ergebnisse lassen sich durch das Anmessen einer „grünen“ Fläche (Rasen, Baumkrone) erzielen. Bei Verwendung eines 700 nm Filters (oder auch 850 nm) muss der Weißabgleich in der Regel nur einmal im Leben einer Kamera eingestellt werden. Einfach und viel präziser geht es auch, wenn man im RAW- Konverter am PC die entsprechenden Einstellungen vornehmen kann (ich empfehle immer im RAW Format zu fotografiern).

Ein korrekt gesetzter Weißabgleich resultiert leider in einem relativ unnatürlichen Bildeindruck, bläuliches Laub und ein bräunlicher Himmel sind nicht immer erwünscht. Es kann einfach ein Kanal- Tausch von blau und rot vorgenommen werden um einen gewohnteren Bildeindruck zu erzielen (siehe Abschnitt „Nachbearbeitung“).

Zum Schluss noch ein Vergleich zwischen meinen 3 Filtern, dem Weißabgleich und verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten am Beispiel zweier Motive:


Motiv 1

vis_1
630_1
700_1
830_1


Motiv 2

vis_2
630_2
700_2
830_2



Zum Ausprobieren hier noch die Original RAW- Dateien zum Download.
ACHTUNG! Jede Datei ist knapp 11 MB groß.

630 nm 700 nm 830 nm
Motiv 1 630nm.RW2 700nm.RW2 830nm.RW2
Motiv 2 630nm.RW2 700nm.RW2 830nm.RW2