Nachbearbeitung

ein paar Ideen für die Nachbearbeitung

Ich empfehle immer im RAW- Dateiformat zu fotografieren. Im RAW- Konverter lässt sich spielend leicht die Belichtung feintrimmen. Oft reizt eine Infrarotaufnahme den Dynamikbereich des Sensors nicht vollständig aus. Es sollte also die Belichtung angehoben werden bis das pflanzliche gerade so weiß ist, aber noch nicht großflächig überstrahlt. Das ist eine Gratwanderung, es empfiehlt sich das Histogramm ganz genau im Blick zu haben. Schließlich sollte man den Schwarzpunkt noch verschieben, bis man eine brillante und kontrastreiche Aufnahme erhält. Hier kommt es wieder auf „das Temperament“ des Fotografen an.

Kanalmixer in GIMPSoll eine Farbaufnahme entstehen, ist zunächst der Weißabgleich richtig einzustellen (falls nicht bereits in der Kamera geschehen, siehe Abschnitt „über Filter, Farben und Weißabgleich“). Für einen Kanaltausch bedarf es eines Werkzeugs namens Kanalmixer, den es wie folgt zu benutzen gilt:

kanal

  1. Rot Kanal auswählen
  2. Die Rot- Anteile auf 0 setzen und die Blau- Anteile auf 100
  3. Blau Kanal auswählen
  4. Die Rot- Anteile auf 100 und die Blau- Anteile auf 0 setzen

Wer noch etwas probieren möchte, muss nicht zwingend mit 0 und 100 arbeiten. Werte von 10 und 95 sind genauso gut denkbar, hier lohnt sich wieder das Ausprobieren und Herumspielen.

Ráhpaädno Delta vom SkierfeDer Weißabgleich kann größtenteils ignoriert werden, wenn man auf eine monochrome Aufnahmen aus ist. Zur SW- Konvertierung genügt es meist, die Sättigung mit einem beliebigen Werkzeug auf 0 zu setzen. Fortgeschrittene Benutzer können die SW- Konvertierung auch mit verschiedenen Werkzeugen wie z.B. dem Kanalmixer versuchen, um mehr Kontrolle zu behalten. Nach meinen Erfahrungen ist es jedoch ausreichend eine einfache Entsättigung vorzunehmen, die Unterschiede sind marginal. Übrigens kann eine anschließende Farbtonung (z.B. Sepia) dem Bild noch das i- Tüpfelchen geben.

Schließlich ist auch noch ein Color-Key beliebt, also eine Kombinaiton aus Farbe und Schwarz- Weiß. Bei einigen Bildbearbeitungsprogrammen ist bereits eine Funktion eingebaut, die mit einem Klick ein mehr oder weniger gutes Ergebnis liefert. Alternativ, und um mehr Kontrolle zu behalten, wird in der Bildbearbeitung einfach die Ebene kopiert und nur die oberste entsättigt (oder anders herum, nach Geschmack). Nun wird die oberste Ebene mit einer Ebenenmaske versehen und alle Bereiche die farbig sein sollten mit Schwarz „ausgemalt“, also transparent gemacht. In diesen Bereichen ist nun die farbige Version aus der unteren Ebene sichtbar.

Sollten noch weitere Fragen auftauchen zögern Sie bitte nicht mir eine eMail zu schreiben. Auch wenn die Hintergründe oft recht technisch sind darf man den Spaß am Fotografieren nicht vergessen. Oft muss der Infrarotfotograf leider ein paar Kompromisse eingehen, die Infrarotfotografie ist ein Randbereich der Fotografie und wird insbesondere von den Kameraherstellern wenig unterstützt. Das sieht man nicht nur an dem Fakt, dass die meisten Objektive nicht für die Infrarotfotografie optimiert sind, sondern auch an fehlenden Infrarotversionen von aktuellen Kameramodellen. Es gibt heute bereits Kameras ohne Lowpassfilter, es wäre kaum aufwändiger für die Kamerahersteller einfach einen Infrarotfilter in ihren Kameras zu verbauen.

Ein richtiger Infrarotfotograf nimmt aber auch diese Unannehmlichkeiten gerne auf sich, schließlich entschädigen die Bildergebnisse für alles. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim entdecken einer unsichtbaren Welt und selbstverständlich immer gutes Licht!

IR206000